Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 30.07.2022 Hintergrundwissen

    Modeverschmutzung in Afrika....




    Der Fotograf Mantaka Chasant hat haufenweise angeschwemmte Kleidung an afrikanischen Stränden fotografiert, die den Einfluss von schnelllebiger Mode auf die Umwelt offenlegen.

    Für viele seiner Fotos stieg er ins Wasser. Abgelegte Mode zu fotografieren, ist Teil eines langjähriges Projektes, das der Geographie des Abfalls gewidmet ist.

    Die beunruhigenden Fotos wurde an der Küste Ghanas in der Stadt Accra aufgenommen. Sie zeigen riesige Haufen durchweichter Kleidungsstücke und Stoffreste, die das Bild der Strände dominieren. Die meisten Kleidungsstücke stammen aus den USA oder dem UK wie auch anderen wohlhabenden Staaten.

    In Ghana floriert das Geschäft mit der Verwertung gebrauchter Kleidung, die in Industrieländern nicht mehr gebraucht wird und nicht mehr verwertet werden kann.

    Mittlerweile gibt es aber Probleme mit der Nachfrage.

    Die gebrauchte Kleidung, die in Afrika auch “Obroni W’awu”  übersetzt „Kleidung des toten weißen Mannes“ genannt wird, stammt sowohl von wohlmeinenden Bürger:innen aus den Industiestaaten wie auch von reichen Afrikaner:innen.

    Alles was nicht verkauft werden kann, landet an den Ufern des Flusses Odaw. Mengenmäßig beträgt dieser Anteil im Moment 40% der importierten Ware.

    Da der Anteil der Kleidungsstücke in den westlich geprägten Staaten, die nur einmal getragen werden, ständig steigt, werden die Müllberge an den Stränden Ghanas weiter wachsen.

    Je schlechter die Stoffqualität der Ware ist, desto schneller landen diese Produkte im Abfall. Gute „Second-Hand-Ware“ läßt sich auch in Afrika besser verwerten als Kleidung, die auf extreme Kurzlebigkeit ausgelegt ist.

    Betroffen von dieser Entwicklung ist auch Ghanas eigene Textilindustrie. Lokale Händler können mit ihrer einheimischen Ware mit den importierten Restposten aus den Industriestaaten nicht konkurrieren.

    Wieder ein Beispiel dafür, welchen Schaden westliches Gutmenschentum, das auf verantwortungslosem Konsumverhalten aufsetzt, anrichten kann. Wir beruhigen unser Gewissen und was kommt raus? Müllberge in Afrika.

    Seine Luftaufnahmen hat er mit einer Drohne gemacht, die eine Sony a7III mit einem 24 bis 105 mm f/4 trägt.

    Seine Website ist eine beeindruckende Anklage gegen Umweltverschmutzung in Afrika.

    https://www.muntaka.com/

    Christoph Linzbach