Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 27.06.2022 Hintergrundwissen

    Mit dem aufblasbaren Flugboot auf Fotosafari…

    …vor der Küste Australiens





    Der australische Fotograf Ben Neale hat ein aufblasbares Flugboot gebaut, um einmalige Aufnahmen abgelegener Gebiete der Solomon Inseln und des Great Barrier Reef vor der Küste Australiens zu machen.

    Das Vorhaben sieht nach einem gefährlichen Unterfangen aus. Aber er hat Erfahrung mit ungewöhnlichen Fluggeräten. Er hat sich schon einen überdimensionalen Motorschirm auf den Rücken gebunden, auch Paramtor genannt. In Kombination mit einem passenden Gleitschirm hatte das ganz gut funktioniert.

    Sein Motto „Fear doesn’t stop death; it stops life“ ist wohl mit Vorsicht zu genießen. Die Zahl seiner Bruchlandungen auf unterschiedlichsten Terrains ist beträchtlich.

    Eine Aussage kann ich gleichwohl nachvollziehen: „After getting a taste for landscape photography when I finished school in New Zealand, I knew I would have to find a point of difference because even back then, there was an over-saturation of amazing landscape photographers.“

    Sein Großvater flog Ultraleichtflugzeuge. Er durfte mitfliegen und war von da an infiziert. Seine Leidenschaft fürs Fliegen war geboren. Und damit für das Fotografieren aus der Luft. Paraglider waren für ihn zunächst das erschwingliche Mittel der Wahl.  Sie waren aus seiner Sicht aber zu begrenzt in ihren Möglichkeiten. Die Vorliebe seiner Familie fürs  Segeln und für Boote führte den Fotografen zu der Idee, ein Boot als Flugplattform zu nutzen.

    „The limitations of the paramotor became evident very quickly in this environment, with few take-off options and a mortal fear of flying too far out to sea in case I had an engine failure that regularly plagued these machines,”

    Er fand auf einer Versteigerung so etwas wie ein flugfähiges Boot oder besser gesagt dessen Einzelteile, die er in monatelanger Arbeit fit für den ersten Start machte. Der Testflug war eine nervenaufreibende Angelegenheit in geringer Höhe. Mittlerweile fliegt der bis auf Höhen von 2000 Meter.

    Die Maschine hat 2 Zylinder mit 800 Kubikzentimeter und ist wassergekühlt. Das Boot wiegt 250 Kilo. Er kann einen Passagier mitnehmen, aber seine Frau war wohl nicht sehr begeistert von der Mitfluggelegenheit. Der längste seiner Flüge dauerte 5 Stunden. Ein Fallschirm für den Notfall steht zur Verfügung. Im Fall eines Motorausfalls könnte er allerdings problemlos wie ein Segelflugzeug landen; so seine Ansage.

    Das Gebiet der Solomon Inseln ist riesig. 6 große und über 900 kleine Inseln. Da kann man schon mal schnell die Orientierung verlieren. Er hat verschiedenste Instrumente an Bord, die das Navigieren erleichtern. Wie bei einem richtigen Flugzeug. Er hat bei einem kompletten Instrumentenausfall die Erfahrung gemacht, dass das Navigieren auch mit einem simplen Handkompass funktioniert.

    Das ist nicht ganz unwichtig, da er in den Regionen unterwegs ist, wo man niemanden zu Hilfe rufen kann.

    Er nutzt eine Pentax 645Z für sein Aufnahmen. Ein Teil seiner Einnahmen, die aus dem Verkauf von großformatigen Drucken stammen, geht an Umweltschutzorganisationen.

    „I thought it would be great to be able just to give the work away and get paid through appreciation while supporting great NGOs that worked in areas of conservation. So far, it’s worked quite well. People inspired by the causes you support and the products you offer are happy to pay for them.“

    Der LV1 beabsichtigt nicht, ein solches Flugboot anzuschaffen, wird aber auch niemanden davon abhalten, dies zu tun. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wird empfohlen.    😀

    Christoph Linzbach


    https://galleryearth.org/

    https://www.youtube.com/watch?v=5N8kxIO2Dsw