Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 18.06.2022 Hintergrundwissen

    Eingeborenes Selbstbewusstsein…

    …und das Erwachen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas



    Die aktuelle Ausgabe der National Geographic bringt mit „We are Here“ eine Geschichte mit beeindruckenden Fotos über den Selbstbehauptungswillen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.

    Die Titelgeschichte handelt von einer Reihe indigener Völker auf dem nordamerikanischen Kontinent und zeigt Fotos von den Menschen, die für den Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung stehen.

    Ein zentrales Zitat lautet: “Sovereignty to Native nations means both the freedom to decide one’s actions and the responsibility to keep the world in balance,”.

    Margo Robbins beobachtete in ihrer Jugend, wie die vielfältige Vegetation in ihren Wäldern im Wege der staatlich verordneten Brandbekämpfung durch von Douglasien geprägte Monokulturen ersetzt wurde. Insbesondere der Verlust der Haselnusssträucher war für den Stamm der Yurok schmerzhaft. Der Herstellung jeglichen Flechtwerks wie Körbe oder Wiegen für Kinder wurde damit die Grundlage entzogen. Sie gründete das „Indigenous Peoples Burning Network“, dass Methoden entwickelt und lehrt, wie man mit gezielten Bränden Brandbekämpfung betreibt, ohne die natürliche Vegetation auszurotten. Die Enkelinnen sollten nicht ohne geflochtene Wiegen aufwachsen müssen.

    Lange blieb der Kampf der indigenen Völker in den USA unbeachtet und erst kürzlich hat Washington begonnen zu kooperieren. 2020 entschied der Oberste Gerichtshof in den USA, dass die Hälfte des Landes in Oklahoma sich rechtmäßig im Besitz der indigenen Bevölkerung befindet.

    Es werden Fotos von einem Totempfahl gezeigt, der in dem Dorf Opisath auf Meares Island errichtet wird, um der Geschichte der Tla-o-quiaht zu gedenken. Joe Martin der die Herstellung des Pfahls beaufsichtigt sagt: „When the Europeans came, they said we were illiterate,”.… “But so were they—they couldn’t read our totem poles.”

    Die Geschichte ist gut platziert, wurde doch erst kürzlich ein Berg im Yellowstone Park in Erinnerung an ein Massaker an der indigenen Bevölkerung umbenannt. Mount Doane wird in First People Mountain umbenannt.  Gustave Doane hatte 1870 einen Angriff angeführt, bei dem 173 Menschen getötet wurden. Viele davon bereits älter und Kinder, die an Windpocken erkrankt waren.

    Das Motto der Bewegung „We are Here.“ steht aus der Sicht der National Geographic dafür, dass eine Vielzahl der globalen Probleme und die richtigen Antworten darauf im Kern etwas mit dem Wunsch der inidigenen Bevölkerung, nach einer selbstbestimmten und nachhaltigen Lebensweise zu tun haben. Die indigene  Bevölkerung besitzt Kompetenzen und betreibt Projekte, die sich den globalen Herausforderungen unserer Zeit vor Ort erfolgreich widmen. Es geht um Brandbekämpfung, sauberes Wasser und vieles mehr.

    Quannah Rose Chasinghorse, ein Model mit indigenem Hintergrund, nutzt ihren Ruhm und ihr Äußeres, um die Menschen daran zu erinnern,“whose land you’re living on.”  Die angestrebte Unabhängigkeit, sagt sie,  ist der Schlüssel „to defending my ways of life, trying to protect what’s left“. Sie stammt von den  Hän Gwich’in und  den Sičangu/Oglala Lakota ab, wurde aber auf dem Gebiet der Navajo in Arizona geboren.

    Die Links lohnen sich wirklich. Auch der für die Modezeitschrift Vogue!😀

    Christoph Linzbach



    https://www.nationalgeographic.com/magazine/article/north-americas-native-nations-reassert-their-sovereignty-feature

    https://www.yuroktribe.org/

    https://www.tla-o-qui-aht.org/

    https://edition.cnn.com/2022/06/13/us/yellowstone-national-park-first-peoples-mountain-doane/index.html

    https://gwichin.ca/about-the-gwichin

    https://www.vogue.com/article/quannah-chasinghorse-indigenous-model-profile

    https://www.firstpeoplesfund.org/oglala-lakota-artspace