Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 13.03.2022 Hintergrundwissen

    Das British Journal of Photography vor dem Untergang gerettet.

    Eine britischer Investor tritt als Retter auf



    Das traditionsreiche 168 Jahre alte Magazin „British Journal of Photography“ hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich mit einer andauernden finanziellen Krise und dem Abgang des langjährigen Chefredakteurs. Das British Journal of Photography ist eine führende Institution in der Welt der Fotografie, die jetzt an einen Investor zu einem Bruchteil des geschätzten Wertes verkauft wurde.

    Stephen Rodger Henly Vorstand eines Herstellers von Chemieprodukten ist der neue Mehrheitseigentümer des historischen Magazins. Er war bereits Mitglied des Aufsichtsrats und Anteilseigner, bevor er nunmehr zum größten Anteilseigner wurde.

    “We were in a really precarious situation,” sagte  Mick Moore, neuer Vorstand des Verlages und Kreativdirektor des Magazins seit über 25 Jahren. “I thought we might not see another print copy of BJP. We wanted to keep the brand alive. That was our focus.”

    Die 945 Anteilseigner wurden im Februar darüber informiert, das sie mit einem Verlust von 93 % des Geldes  rechnen müssen, dass sie in die Zeitschrift teilweise über crowdfunding investiert hatten. Das führte zu einem Aufschrei der Kritik. Das Unternehmen räumte kommunikative Fehler ein. Zu lange lies man die Anteilseigner im Ungewissen bzw. schürte Hoffnungen auf eine baldige Erholung.

    Das British Journal of Photography ist eine Zeitschrift, die im Vereinigten Königreich 12  mal im Jahr erscheint. Das Abonnement kostet circa 145 Euro und beinhaltet die Zustellung nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Bei vielen international gut sortierten Zeitschriftenhändlern, insbesondere in Bahnhofsbuchhandlungen ist das Magazin in Deutschland ebenfalls erhältlich. Papier und Druckqualität sind sehr gut. Was den Inhalt angeht, versucht das Magazin die aktuellen Entwicklungen im Bereich der künstlerischen Fotografie weltweit abzubilden.

    Das Magazin wurde 1854 als Liverpool Photographic Journal gegründet. Die erste Ausgabe erschien am 14. Januar 1854. Es wurde ursprünglich monatlich gedruckt, bis es 1857 zum Liverpool and Manchester Photographic Journal wurde, das alle 2 Wochen erschien. 1860 erhielt das Magazin seinen heutigen Namen. Das Magazin erschien wöchentlich von 1864 bis März 2010. Danach wurde der monatliche Publikationsrythmus wieder aufgenommen.

    Mit dem Portrait of Britain veranstaltet das Journal einen jährlichen Porträtfotowettbewerb, dessen Thema die Vielfalt der Briten ist. Die 100 Gewinnerporträts werden  prominent auf der Website präsentiert. Der Wettbewerb wurde 2016 gestartet. Daneben verstelltet das Magazin eine Reihe weiterer spannender Wettbewerbe. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich also.

    Christoph Linzbach


    https://www.1854.photography/awards/portrait-of-britain/

    http://www.edinphoto.org.uk/1_p/1_photographic_journals_-_bjp.htm

    https://openlibrary.org/books/OL7121285M/The_British_journal_of_photography.