Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 21.11.2021 Hintergrundwissen

    Martha Jackson…

    …eine fast vergessene Galeristin



    In New York wurde vor einigen Tagen in der Hollis Taggart Gallery die erste Ausstellung über das Schaffen der Sammlerin und Galeristin Martha Jackson eröffnet. Martha Jackson eröffnete ihre Galerie am 22 Februar 1953 mit der Anschrift 22 East 66th Street. Sie zeigte von 1953 bis 1969 Nachwuchskünstler in ihrer Galerie, die nicht selten den Sprung in die Szene der Etablierten fanden. Grace Hartigan, Alfred Jensen, Willem de Kooning, Louise Nevelson, and Bob Thompson gehörten dazu. „I wanted to prove that you could take younger artists and have it work out for the gallery“ Die Förderung des Nachwuchses und die Überlebensfähigkeit einer Galerie am Markt war für sie kein Gegensatz.

    Sie war für ihre Künstler eine im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechende Galeristin, blieb aber was ihren Bekanntheitsgrad anging hinter  dem vieler männlicher Kollegen zurück. Sie steht heute beispielhaft für die Rolle weiblicher Künstler und Händler in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Kurator der Ausstellung Jillian Russo verweist darauf, dass sie auf den Rat anderer Galeristinnen zurückgreifen konnte, die ihre Locations in den 40er Jahre eröffnet hatten “When she opened her gallery Jackson received advice from Betty Parsons and Eleanor Saidenberg,” “As the contribution of women artists during the postwar era continues to be re-evaluated, I hope that this interest will extend to the work of gallerists, curators, and art critics,” “Martha Jackson… and many other were influential in shaping the trajectory of late twentieth-century art“.

    Martha Jackson hatte ein brillantes Auge für Qualität. Bei ihr standen die Künstler stärker im Vordergrund der eigenen Arbeit als bei anderen Galeristen und sie schaute immer mit einem Auge auf die internationale Szene.  Sie pflegte Langzeitbeziehungen zu ihren Küsntlern und ihre Geschäftsphilosophie orientierte sich immer am Künstler. Sie fordert die stilistischen und inhaltlichen Grenzen der Kunst in der Mitte des 20. Jahrhunderts heraus. Sie schrieb in ihrer Autobiographie: „My basic objective for the gallery was to create a place where artists of similar vitality and creativeness from diverse countries and working in a diversity of personal idioms could be brought together.”

    Künstler  wie Karel Appel, Sam Francis, Alfred Jensen, Louise Nevelson und Bob Thompson hatten mit ihr erste Auftritte in New York. Sie förderte den abstrakten Expressionismus, Pop art und Optical art, mit Künstlern wie Norman Bluhm, dem bereits genannten Willem de Kooning, Michael Goldberg, and Adolph Gottlieb. Ebenso verschafte sie europäischen Künstlern den Zugang zum amerikanischen Mark.

    Die Ausstellung in der Hollis Taggart Gallery trägt den Titel: „Wild and Brilliant: The Martha Jackson Gallery and Post-War Art.“ Sie zeigt mehr als 20 Werke, die entweder in der Galerie von Martha Jackson unter ihrer Leitung gezeigt wurden oder dort gezeigten Werken ähneln. Die Ausstellung begann am 18. November und dauert bist zum 30. Dezember 2021. Zu finden sein wird außen den Kunstwerken Archivmaterial wie Briefe, Fotos und Ausstellungskataloge.

    Christoph Linzbach


    https://www.hollistaggart.com/publications/94-wild-and-brilliant-the-martha-jackson-gallery-and-post-war-art/