Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 19.07.2021

    Yang Xiao

    Monumentales in Szene setzen





    Yang Xiao hat sich in der Welt umgeschaut und nach Beispielen futuristischer Architektur gesucht. Fündig geworden ist sie vor allem in Osteuropa in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion bzw. Jugoslawiens. Es sind vernachlässigte Gebäude, die sich oft in einem beklagenswerten Zustand befinden, aber ganz offensichtlich ihren besonderen architektonischen Charme nicht verloren haben. Fotografisches Potential haben sie allemal.

    Sie sieht sich selbst als eine Entdeckerin städtischer Räume, Reisende, Designerin und Lichmalerin. In ihrem Projekt "Eternal Monuments" hat sie alle diese Eigenschaften vereinigen können. 9 Jahre war sie auf der Suche in über 40 Ländern. Ihre fotografischen Objekte der Begierde haben als gemeinsamen Nenner das Monumentale des modernistischen sowjetischen  Brutalismus aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, der längst nicht mehr en vogue und nur noch im Zustand des Verfalls zu erleben ist. Sie hat eine Affinität ganz offensichtlich zu Gebäuden, die dank ihrer Materialität eine gewisse Schwere und Wucht ausstrahlen, aus Sichtbeton und Stahl bestehen und deren Funktionalität in ihrer Architektur im Vordergrund steht. Eine Architektur die gerne als kalt und seelenlos beschrieben wird.

    Mit Buzludzha nahm sie eine Anhöhe im Zentralbalkan ins Visier, auf der eines der wichtigsten Gebäude der Kommunistischen Partei 1981 fertig gestellt wurde, das bereits 1989 aufgegeben wurde, nachdem die kommunistische Partei ihre Macht verloren hatte.  Das Monument stand sinnbildlich für die vermeintlichen Errungenschaften der Partei in Bulgarien. Der Architekt Georgi Stoilov lies sich von antiker Tempelarchitektur und Science Fiktion Filmen der Zeit inspirieren.

    Damit war die Lust der Yang Xiao auf Monumente begründet und eine lange fotografische Reise begann. Auf ihren Trips begegnet sie durchweg einer freundlichen lokalen Bevölkerung, während das genau Lokalisieren der Objekte gelegentlich eine Herausforderung darstellt. Manchmal findet sie statt eines Gebäudes nur noch Ruinen vor oder der Zugang ist gänzlich gesperrt.

    Viele Betrachter ihrer Fotos lieben und hassen diese zugleich, weil sie oft eine komplizierte Geschichte widerspiegeln.


    Zu ihrer Ausrüstung gehören eine leistungsstarke Taschenlampe und eine Nikon D 810 sowie ein Zeiss 15 mm f/2.8 Distagon sowie ein Tamron 24 - 70 mm f/ 2.8.



    Christoph Linzbach



    https://www.inhiu.com/post/eternal-monuments-in-the-dark

    https://buzludzha-monument.com/